Die neue Tarifierung für externe Dienste: wie funktioniert sie?

Am 1. Januar 2016 trat der neue KE über die Tarifierung für Externe Dienste in Kraft. Die Berechnungsbasis des Minimalbeitrags wird von diesem KE abgeändert. Was bedeutet das für Sie?

Warum gibt es neue Tarife für externe Dienste?

In Anlehnung an das Einheitsstatut möchte der Gesetzgeber ein neues Finanzierungssystem einführen, um die Transparenz der Tarife für externe Dienste für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz zu erhöhen. Außerdem möchte der Gesetzgeber ihre Leistungen über die unterschiedlichen Bereiche des Wohlbefindens verteilen, sodass nicht länger nur die regelmäßige Gesundheitsüberwachung betont wird, sondern auch die Risikoanalysen und das Vorschlagen von Verhütungsmaßnahmen in Sachen Sicherheit, Ergonomie oder psychosozialer Aspekte.

Wie wird das konkret angewandt?

Eine neue Grundberechnung der Tarife sorgt dafür, dass Arbeitgeber künftig jährlich einen pauschalen Mindestbetrag bezahlen, welcher pro Arbeitnehmer berechnet wird und mit dem Haupttätigkeit des Unternehmens und seinen Risiken zusammenhängt. Der Arbeitgeber bezahlt also für alle Arbeitnehmer seines Unternehmens jährlich den gleichen Mindestbetrag.

Für wen ist das gemeint?

Jeder Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, jährlich pro Arbeitnehmer, der am 30/11 des vorigen Kalenderjahres bei ihm eingetragen war, einen Mindestbetrag für Verhütung zu zahlen. Die Gesamtanzahl der eingetragenen Arbeitnehmer kann über DIMONA oder jedes andere Dokument oder Register, das die Anzahl Mitarbeiter auf eine ähnliche Weise führt, geprüft werden. Was Arbeitnehmer, die nicht das ganze Kalenderjahr in Dienst waren, betrifft, wird der Mindestbetrag im Verhältnis zur tatsächlichen Beschäftigung (pro angefangenen Monat) des betreffenden Jahres berechnet. Achtung! Wenn für diesen einzelnen Arbeitnehmer eine individuelle Leistung, wie eine medizinische Untersuchung oder eine psychosoziale Intervention, erbracht wurde, dann bezahlt der Arbeitgeber den vollständigen Mindestbetrag.

Welche Investition ist das für mich?

Der Mindestbetrag pro Arbeitnehmer wird von der Tarifkategorie, zu der das Unternehmen gehört, bestimmt. Auf Grundlage der NACE-Codes für das LSS wurden 5 Tarifkategorien erstellt, welche das Risikoniveau der Haupttätigkeit des Unternehmens widerspiegeln. Je höher das Risiko, je höher der Mindestbetrag pro Arbeitnehmer. Der letztendlich vom Arbeitgeber bezahlte Gesamtbetrag ist das Mindestverhütungsbudget.

Tarifkategorie Preis Tätigkeiten
1 € 42,33 Verlage, Computeraktivitäten, Finanzwesen und Versicherungen, Dienste in Zusammenhang mit Gebäuden, Bildung (mit Ausnahme der Hochschulen und Universitäten und beruflichen Ausbildungen), usw.
2 € 61,71 Zeitarbeit, Architekten, Ingenieure und verwandte technische Beratung, Landschaftspflege, in der Verwaltung tätige Institute, Hochschulen, Universitäten und berufliche Ausbildungen, Vereine, usw.
3 € 77,01 Großhandel und Einzelhandel, Lagerung, Sicherheitsunternehmen, beschützende und soziale Werkstätte, öffentliche Verwaltung (außer Gemeinden, ÖSHZ und Bildungswesen), usw.
4 € 97,41 Lebensmittel und Getränke, Textil, Holzindustrie, Druckerei und Papier, Apotheke, Metall, Elektrogeräte, Möbel, Transport, gesellschaftliche Dienstleistung ohne Unterkunft, Gemeindeverwaltung (außer ÖSHZ und Bildungswesen), usw.
5 € 114,24 Fischerei, Minerale, Chemie, Gummi, Abfall, Bauwesen, Gesundheitswesen, gesellschaftliche Dienstleistung mit Unterkunft, ÖSHZ, Polizei, Feuerwehr und andere mit öffentlicher Ordnung und ziviler Sicherheit zusammenhängende Dienste, usw.

Klicken Sie hier für die vollständige Liste der Tätigkeiten auf Französisch.

Ein Beispiel

Ein Unternehmen, das Möbel herstellt, hatte letztes Jahr am 30. November 225 Arbeitnehmer.

Die Haupttätigkeit ‚Möbel herstellen‘ gehört zu Tarifkategorie 4. Das heißt, dass der Arbeitgeber für jeden Arbeitnehmer, der ein ganzes Kalenderjahr in Dienst war, € 97,41 bezahlen soll.

225 Arbeitnehmer

x € 97,41

___________________

= € 21.917,25

= Gesamtbetrag des Mindestverhütungsbudgets

Was bringt mir das?

Welche Leistungen der externe Dienst für dieses Mindestverhütungsbudget erbringen muss, hängt von der Größe des Unternehmens, den vorhandenen Risiken und der Ausbildung des internen Gefahrenverhütungsberaters des Unternehmens ab.

Das Pauschalsystem

Unternehmen, die keinen Gefahrenverhütungsberater des 1. oder 2. Niveaus in Dienst haben, gehören zum Pauschalsystem. Für diese Unternehmen wird ein Basispaket festgelegt, welches der externe Dienst für das Mindestverhütungsbudget leisten muss. Die Mikrounternehmen und die Unternehmen der Klassen C und D gehören zu dieser Kategorie.

Gilt das Basispaket für Ihr Unternehmen? Lesen Sie mehr, über was das für Sie bedeutet.

Das Budgetsystem

Für Unternehmen, die über einen Gefahrenverhütungsberater des 1. oder 2. Niveaus verfügen, wird kein Basispaket festgelegt, sondern wird das Mindestverhütungsbudget zuerst in Verhütungseinheiten umgesetzt, welche nachher 'à la carte' für Leistungen des externen Diensts verwendet werden können. Die Unternehmen der Klassen A, B und C gehören zu diesem Budgetsystem.

Arbeiten Sie künftig mit Verhütungseinheiten? Lesen Sie mehr, über was das für Sie bedeutet. 

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